Donnerstag, 11. August 2016

Warum mein Blog heisst, wie er heisst...

Gute Frage, die Selmin von Tweed & Greet da gestern gestellt hat: 

So, ihr Hasen, nun würde mich natüüürlich auch sehr interessieren, welche Bedeutung eure Blognamen für euch haben?

Recht einfach für mich zu beantworten. Einfach, aber nicht kurz...

Ich bin in den 60ern geboren worden, als erstes von vier Kindern. Mein Vater war da noch ganz euphorisch, noch nicht so geprüft von uns Plagen wie in den Jahren, die folgten. Als klar war, dass ich ein Mädchen bin, wollte er unbedingt eine Gabi haben. Es gab damals dieses Lied, „für Gabi tu ich alles“, das ihm sehr gefiel. (ich hab gegoogelt, das Lied ist von Gerd Böttcher, nie gehört den Namen. Ich war eine B-Seite!)

Später gab es mal einen weniger schönen Song mit dem Namen, aber das hab ich erfolgreich verdrängt ;-) Jedenfalls hat sich mein Dad durchgesetzt. So weit, so gut. Leider wurde dann das (meiner Meinung nach) spiessige Gabriele amtlich festgehalten, statt einfach bei Gabi zu bleiben. Für die er ja eigentlich alles tun wollte. Ausser ihr einen kurzen, modernen Namen zu geben. Tsss...

Bis heute stehe ich mit meinem ungekürzten Vornamen auf Kriegsfuss. Beruflich wird ja neuerdings fast nur noch geduzt und ich muss immer wieder Kollegen mit schlimmen Strafen bedrohen, wenn sie sich unwissend der Vollversion bedienen.

Man sollte also annehmen, dass ich alles, nur nicht diesen Namen für meinen Blog (und mit den Labels auch für alles selber gemachte) verwenden würde.

Aber was hierzulande so furchtbar altmodisch klingt, hört sich in einer Fremdsprache unheimlich charmant an. Zum ersten Mal ist mir das aufgefallen bei meiner allerersten Alleinreise nach Florida. Der nette Mann am Einreiseschalter nannte mich „gabrielle“ und ich weiss noch, dass ich dachte: „hey, so klingt das ja richtig gut“, gefolgt von „der hat aber schöne Augen“... ahem, zurück zum Thema.

In Frankreich ging es mir ähnlich, ein klein wenig anders ausgesprochen, aber auch sehr angenehm. Und in Namibia hat mich ein Verkehrspolizist angehalten und „gabriella“ genannt. Er hielt mich für eine Italienerin, war aber auch sehr charmant. Ich konnte das nur nicht so richtig geniessen, weil man doch automatisch ein schlechtes Gewissen hat, wenn die Obrigkeit im Fenster lehnt.

So, nun wisst ihr Bescheid. Kürzer liess sich die Geschichte nicht erzählen. Als ich immer mehr genäht habe und einen Namen für den Blog und die Labels brauchte, musste ich gar nicht lange nachdenken und habe mich auf diese Art endlich mit der Gabriele arrangiert :-) 
Seltsamerweise kommt es manchmal vor, dass jemand das „by“ zwar englisch ausspricht, den Namen aber auf deutsch mit zwei L’s... Das lässt mich dann doch noch zusammen zucken. Herrje, man kann eben nicht wirklich ALLES vorhersehen...

Have a nice and special day!

Best wishes  by gabrielle

Dienstag, 2. August 2016

Wenn dilettantisches Nähen belohnt wird...

... dann bin ich nicht unbedingt stolz drauf, freu mich aber trotzdem darüber :-)

Das Wort „Dilettant“ ist ziemlich negativ besetzt, Wikipedia belehrt mich da eines Besseren:

Dilettant

Ein Dilettant (italienisch dilettare aus lateinisch delectare „sich erfreuen“) ist ein Amateur oder Laie und unterscheidet sich somit von einem Fachmann. Der Dilettant übt eine Sache um ihrer selbst willen aus, also aus Interesse, Vergnügen oder Leidenschaft. Dabei kann er vollendete Kenntnisse und Fertigkeiten erlangt haben...

Als wär’s für mich erfunden worden... :-) mal abgesehen davon, dass die „vollendeten Kenntnisse“ noch auf sich warten lassen. Aber gut, dilettantisch Ding will Weile haben. Ein neugieriger Spaziergänger meinte mal, als er mich im Unkraut wühlen sah, das sähe ziemlich professionell aus. Dem Ahnungslosen hab ich dann gesagt, bestenfalls bin ich ambitionierter Laie. Und damit lebe ich gut, jawoll, beim Gärtnern genauso wie beim Nähen.
Die Liste berühmter Dilettanten ist laut Wikipedia übrigens lang und eindrucksvoll und das Beste überhaupt kommt zum Schluss:

Beispiele für den Dilettanten als Motiv in der Literatur sind...das Dilettantentheater in Shakespeares Ein Sommernachtstraum...

Im Moment hab ich leider einen fatalen Hang zum (schriftlichen) Ausschweifen. Ein weiterer, ausführlicher Post mit dem Stichwort „Mehrwert“ ist bereits in Arbeit.

Nun aber endlich zum ganz speziellen, im Titel dieses Posts angekündigten, Dilettantismus.

Letztes Jahr auf dem Stoffmarkt in Würzburg gekauft, hat mich der Leinenstoff mit dem schönen Farbverlauf von weiss nach anthrazit schon lange gereizt:


Auf dem Foto sieht der Stoff zwar blau aus, aber den Farbverlauf kann man doch ganz gut erkennen.

Mir geht's wie vielen anderen auch, manchmal dauert es einfach, bis sich die richtige Verwendung für einen Stoff findet. Im Post hatte ich ja schon geschrieben, dass ich mir nicht so sicher war, ob ich die Streifen quer oder längs haben wollte. Die Frage hat sich jetzt nicht mehr gestellt, unbedingt längs und asymmetrisch schwebte mir vor. Und hatte natürlich keine Ahnung, ob ich bei dem Stoff einfach die Richtung ändern kann, ohne dass sich alles unförmig verzieht.

Beherzt alle Bedenken beiseite geschoben und siehe da: alles bleibt, wo es sein soll, auch nach dem Waschen.

Da die Temperaturen seit einigen Tagen gleichbleibend sommerlich sind, wollte ich gerne eine Leinentunika haben. Jahrelang hab ich eine heissgeliebte weisse, gekaufte Tunika getragen, bis sie zu schäbig wurde.

In der Burda 06/2011 fand ich DEN perfekten Schnitt für eine neue Lieblingstunika:

Vermutlich hab ich ihn damals auch gleich kopiert, denn das mache ich seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr. Obwohl es sehr viel vernünftiger war, als downloaden. Als ich noch Schnitte mühsam vom Schnittbogen kopieren musste, war das Schnittmusterlager noch etwas überschaubarer. Schneller vernäht wurden die Schnitte trotzdem nicht, wie dieses Beispiel beweist ;-)

So genau hatte ich den Schnitt nicht mehr in Erinnerung, er eignet sich wegen der vielen Teilungsnähte besser für einfarbige Stoffe. Übernommen habe ich nur die Ärmellösung. Wie ich den Armausschnitt des Burdaschnitts übertragen habe, das überlasse ich eurer Phantasie, davon konnte ich zum Glück kein Foto machen.
Für Vorder- und Rückenteil hat mir der Schnitt eines gekauften Leinenkleides gedient. Beim Zuschneiden hab ich ungefähr fünf Zentimeter in der Weite zugegeben, weil ich ohne Reissverschluss auskommen wollte.

Professionell war’s nicht, aber funktioniert hat wider Erwarten auch das.

Die Ärmel wollte ich gern ein bisschen passend zum Muster haben, also anthrazit stösst auf anthrazit und weiss auf weiss. Und wer sagt’s denn, meinen üblichen Dilettantenfehler hab ich diesmal übersprungen: zwei Ärmel in derselben Richtung zuzuschneiden.

Die unterschiedlichen Saumlängen vorne und hinten hab ich sehr gut durchdacht, nur um dann doch hinten ohne die Zugabe zuzuschneiden... Ich würde ja sagen: weniger Nachdenken könnte die Lösung sein. Aber diese Richtung will ich mit dem Nähen eigentlich nicht nehmen... Hach...

Nach der Fertigstellung beschlich mich kurz das Gefühl, dass die Ärmel doch ein bisschen weiter hätten sein dürfen. Aber nach dem ultimativen Tragetest (12 Stunden im Büro) finde ich sie absolut bequem.

Fazit nach so viel Dilettantismus: es gibt nix zu meckern. Selten bei mir, sehr selten.

Leider war ich so bei der Sache, dass ich nur ein einziges Entstehungsbild zeigen kann und auch das ist etwas dunkel. Seht ihr die Nadeln für die Ärmelansatzpunkte? Kann man noch fauler sein?! :-)


Eigentlich hätte ich mit der Tunika noch beim letzten MeMadeMittwoch vor der Sommerpause mitmachen können, hätte ich brauchbare Tragefotos gehabt. Da mein Urlaub aber leider längst vorbei ist und ich keinen Koffer mehr packen darf, reiche ich das heute nach. Bei Shopping-Queen steht übrigens diese Woche die Tunika im Mittelpunkt :-)  


Die weisse Seite:


... und die anthrazitfarbene Seite:


Die Ausschnittlösung hab ich übrigens auch (zum Teil) vom Burdaschnitt übernommen, an den Ärmel aber nur einfache Schlitze genäht:



 


Der Ausschnitt ist nicht schief, dass liegt nur an der Fotografierhaltung...


Etwas tiefer hätte er sein dürfen, aber so ist er absolut bürotauglich :-)

Fazit: schnell genäht, schneller Erfolg, aber gewissenhaftes Nähen schont die Nerven und macht auch Spass! Einen schönen, sonnigen Tag euch allen...

Mittwoch, 20. Juli 2016

MMM 07/2016 Sommerschuhe und Maybe-Shirt

Der Sommer ist da, wohl nur für ein paar Tage, aber dafür umso heisser. Privat gehts bei mir derzeit drunter und drüber, deshalb hab ich wohl auch gedacht, letzte Woche wäre bereits der letzte MMM-Termin vor der Sommerpause gewesen :-)
Ausserdem steht zuhause ein grosser Berg Bügelwäsche und mein Gewicht ist derzeit wieder am oberen Limit... Es ist also jeden Tag schwierig, was passendes zum Anziehen zu finden.
Mein heutiges Outfit (Maybe?!-Shirt siehe hier und Espadrilles hier zu finden) ist vielleicht nicht besonders spannend, aber zumindest die Schuhe sind absolut sommerlich und werden nach wie vor sehr gern getragen. Ein Paar Sohlen hätte ich noch auf Lager, ob das diesen Sommer noch klappt?

Shirt Maybe?! und Espadrilles
 




Das war's schon für heute. Die liebe Meike ist heute Gastgeberin beim MeMadeMittwoch, in einem Maxi-Waxprint-Rock. Was mich wieder an die schönen Waxprint-Stoffe erinnert, die in meinem Nähzimmer im Dornröschenschlaf liegen... Dabei hätte ich so viele Ideen, aber eben, leider leider, immer noch nur vierundzwanzig Stunden täglich, und die nicht mal zur freien Verfügung.

Jammern nutzt nix, ein Plan muss her, schnellstens. Ich werde euch wissen lassen, wie der Plan aussieht und wie ich es diesmal schaffe, mich NICHT daran zu halten :-)

Mittwoch, 13. Juli 2016

MMM 06/2016 Prozess- und Ergebnisorientierung Teil 2

Das Ergebnis des Hochzeitsgast-Outfits bin ich euch bisher noch schuldig geblieben, obwohl die Hochzeit schon am 18. Juni war.

Zur Erinnerung, das hier war der Plan:

Schuhe (Paul Green), Tasche (Liebeskind) und Blazer (Guido Maria Kretschmer) hatte ich gekauft, die Hose (Burda Mod. 116-042014) bereits genäht und für gut befunden.
Eine weisse Bluse wollte ich ja auch noch nähen, wurde damit aber nicht mehr fertig vor dem Dänemark-Urlaub. Und die drei Tage nach dem Urlaub bis zur Hochzeit haben, welche Überraschung!, auch nicht gereicht. Nicht schlimm, immerhin besitze ich schon ein, zwei weisse Blusen. Und so sah das ganze Outfit schliesslich aus:




Gar nicht so schlecht, oder? Auch wenn mich die seitlichen Falten an der Hose jetzt erst, auf den Fotos, doch ein bisschen irritieren... Und an meinem Gesichtsausdruck muss ich auch dringend arbeiten...
Den Blazer hätte ich, ausser nachts auf dem Heimweg, gar nicht gebraucht. Ich mag ihn aber sehr und für den Job kann ich Blazer immer gut gebrauchen.
Die Schuhe waren superbequem, wie von Paul Green nicht anders zu erwarten.
Über die Tasche gibt’s nicht viel zu sagen, ausser: i like! Also sollte ich so langsam mal zum Tragebericht für die Hose kommen. Oder besser: zum Geständnis...
ICH HAB SIE ZUR HOCHZEIT GAR NICHT GETRAGEN.
So, jetzt ist es raus. Prozess- und Ergebnisorientierung: eine gute Sache. Hätte in diesem Fall mal wirklich funktionieren können.
Wenn da nicht meine, ich nenne sie mal „ausgeprägt weibliche“, Figur wäre. Beim Anziehen war die Welt noch ganz in Ordnung. Es fühlte sich wirklich gut an. Weil ich als Erste fertig war wollte ich die Wartezeit, wie immer, zum Lesen nutzen.  Also hinsetzen, doch gleich wieder aufstehen, weil vergessen, Tempos in die Tasche zu stecken, hinsetzen, nochmal aufstehen, weil die Blätter für unsere Aufführung noch im anderen Zimmer lagen... Ihr kennt das sicher, EIGENTLICH ist man fertig, aber dann fällt einem doch noch dauernd was ein.
In dem Fall war es aber ganz gut, weil ich noch rechtzeitig gemerkt habe, dass ich bei jedem Aufstehen den umgeklappten Hosenbund wieder richten musste. Das ging gar nicht, ständig dieses Rumgezuppel während der Feier. Normalerweise trage ich immer einen Gürtel, aber bei diesem Schnitt hätte das einfach nicht gut gepasst und eine schnelle Lösung war sowieso nicht möglich. 
Hosenträger gingen mir kurz durch den Kopf und der Gedanke „warum hab ich eigentlich kein Kleid genäht...“ und ähnlicher Unsinn. Stattdessen hab ich also auf Plan B zurückgegriffen, kurzerhand eine weisse Kaufhose und eine hellblaue Bluse angezogen und in Gedanken schon Mal einen Post zum Thema: „wie ich einen Plan fasse und mich auch daran halte“ formuliert...
Da ich die Hose immer noch sehr gern mag und sie auch gerne tragen würde, muss ich mir jetzt dringend was einfallen lassen. Aber erst mal nehme ich sie mit rüber zum MeMadeMittwoch, zum letzten Mal vor der Sommerpause, mit gleich vier Gastgeberinnen und einem Thema, das für mich heute nicht so richtig passt. Aber ich denke, das macht nichts. Und wenn ich die weisse Bluse endlich fertig habe, dann gibt's davon natürlich auch Fotos...
Experiment mit Reissverschluss statt Knöpfen...

Allen, die in Urlaub fahren: viel Spass! Allen anderen: viel Spass! :-)

Dienstag, 12. Juli 2016

Rosenrot

Es gibt so vieles nachzutragen, da weiss ich kaum, wo anfangen...

Gestricktes wird bei mir ja immer schneller fertig als Genähtes, schafft es aber nicht immer in einen Post. Ganz ohne böse Absicht, meist fehlen einfach nur Fotos :-)

Gestern hab ich nun endlich mehrere Outfits fotografiert, darunter auch den neuen Baumwollpulli. Ich weiss nicht, woran es liegt, aber dieses Jahr bin ich richtig süchtig nach Pastellfarben. Und ein rosafarbener Pulli steht schon länger ganz oben auf meiner Wunschliste.
Lange hab ich nach der richtigen Farbe gesucht, ein langweiliges, verwaschenes Rosa wollte ich nicht.
Wofür ich mich entschieden habe nennt Lana Grossa "Flieder", aber dafür ist es zu wenig lilafarben. Die Farbe ist genau so, wie ich sie mir vorgestellt hatte:


Gestrickt habe ich dieses Modell aus der (relativ alten) Cotone. Mir hat das klare, graphische Muster gefallen, mädchenhaft wird der Pulli schon allein durch die Farbe :-)


Auch diesmal hab ich mich nicht sklavisch an die Anleitung gehalten, aber was genau ich geändert habe kann ich nicht mehr sagen. Auf jeden Fall haben die Ärmel nur Dreiviertellänge und sind auch wieder direkt angestrickt.


Am schönsten finde ich die Farbe zu weissen Sachen. Einen weissen Rock könnte ich mir dazu auch gut vorstellen...








Modell: Lana Grossa COTONE Mod. 9 Americano
Garn: LANA GROSSA Aria 100% Pima-Baumwolle
Nadeln Nr. 3

Seit kurzem bin ich auch stolze Besitzerin eines Ebook-Readers und möchte ihn nicht mehr missen, obwohl ich seeeeehr skeptisch war. Ich betrachte es aber als Ergänzung zu den "richtigen" Büchern, nicht als Ersatz. Und natürlich kann man auch dafür schönes Zubehör jagen :-)


wie wahr...

Und noch was zum Thema "Schein und Wirklichkeit"... Am Wochenende hab ich Brot gebacken und wollte schöne Aufnahmen für eine Freundin machen:


Sieht doch gut aus, oder? Sehr idyllisch, mit dem Sonnenlicht auf den Kräutern und das frischgebackene Brot im Vordergrund... Dann hab ich mich in meiner Küche umgeschaut und mich kurz für die chaotische Realität geschämt:


Aber nur kurz, denn vermutlich umgibt viele schöne Fotos ganz viel Unordnung, die wir nicht zu sehen bekommen :-) Ich bin heute mutig und zeige euch mein temporäres Schlachtfeld, JAWOLL!

Was wir scheinen und schau’n im Raum
ist nur ein Traum in einem Traum.

Walter Moers Das Labyrinth der Träumenden Bücher

Mittwoch, 6. Juli 2016

MMM 05/2016

Erst der fünfte MeMadeMittwoch dieses Jahr, zu dem ich es schaffe, das sagt wohl alles. Ich denke oft daran, was ich posten möchte, schaffe es zeitlich aber dann doch nicht.
Also werde ich versuchen, Versäumtes nachzuholen und ihr müsst eine Bilderflut über euch ergehen lassen :-)

Vor dem Dänemark-Urlaub hab ich mir auf die Schnelle noch zwei Shirts genäht, nach dem genialen Maybe?!-Schnitt (siehe auch dieses Shirt). Den Viskosejersey mit dem schönen Muster hab ich vom Stoffmarkt in Würzburg:


Das Zuschneiden war nicht ganz einfach, weil ich möglichst viel von dem kreisfömigen Muster verwenden wollte. Da das aber fast über die ganze Stoffbreite geht und mein Shirt (noch) nicht 120 cm breit sein muss, war das ein bisschen knifflig. Es gibt Fotos vom Zuschneiden, aber die finde ich leider nicht mehr. Richtiges Archivieren von Fotos steht mittlerweile ganz weit oben auf meiner To-Do-Liste...




Ich mag den Schnitt, den Stoff, das Muster, die Farben, ein echtes Lieblingsstück. Und es gibt natürlich auch ein Tragefoto aus dem Urlaub, für alle Troels-Hartmann-Fans vor dem Rathaus in Copenhagen aufgenommen :-)



Daran, dass ich so gar nicht fotogen bin, hat übrigens niemand die Schuld...

Das zweite Shirt fällt in die Kategorie "Fanstuff", dass ich Fan von Dänemark sein werde, wusste ich schon vorher ganz genau. Hier gibts auch Bilder vom Making-of:





Und auch hier hat das Tragefoto mit Kommissarin Lund zu tun:


In Aarhus waren wir im wunderbaren ARoS-Museum mit dem Rainbow-Panorama, Tragefoto von diesem dunkelblauen Shirt


Im weitesten Sinne mit Kleidung hat dieses Ausstellungsstück im Museum zu tun:


Ron Mueck's THE BOY hat mich sehr beeindruckt. Nicht so sehr die passgenau angefertigte Hose, sondern vor allem der Ausdruck der Augen...

Am Sonntag war es bei uns so heiss und schwül, da hab ich zuhause mein Marimekkokleid mal wirklich als Kleid getragen, ohne Hose darunter und Jäckchen darüber. Vor die Tür würde ich so nicht gehen, nicht mit den Beinen und Oberarmen. Aber nach wie vor mag ich es sehr gern. 

 

Beim MeMadeMittwoch gibt es zur Zeit wieder so viele wunderbare Sommerkleider zu sehen, da wollte ich auch mal eins zeigen :-) mal schauen, was es heute Schönes dort zu sehen gibt...

Nachreichen muss ich noch einige Fotos von fertigen Stricksachen, aktuell in Arbeit ist etwas Graphisches, Weisses:


Foto von Sonntag, ich bin schon wieder weiter :-)
Einen schönen, sonnigen Tag euch allen!


Mittwoch, 18. Mai 2016

Prozess- und Ergebnisorientierung: Anlass-Outfit Teil 1

Im Juni muss/darf ich mal wieder auf eine Hochzeit, ein Ereignis, das in meinem Umfeld erstaunlich selten statt findet. Wenn es dann aber doch mal passiert, dann bin ich als Amateurschneiderin sofort im Planungsrausch. Da tun sich ja unendlich viele Möglichkeiten auf, endlich mal etwas richtig Elegantes zu nähen. Ich träume von Abendkleidern, Cocktailkleidern, Etuikleidern, Kleidern in jeder nur vorstellbaren Variante.
Bei der letzten Hochzeit vor fünf Jahren war das ernüchternde Ergebnis dieser Planungen, dass ich mir ein Outfit gekauft habe. Weil ich nicht fähig war, Wunsch und Wirklichkeit zu etwas Tragbarem zu verbinden. Das soll mir dieses Jahr nicht wieder passieren, hab ich mir geschworen.
Da kam mir dieser Denkanstoss:


ganz gelegen, weil er meine eigenen Überlegungen sehr gut trifft.

Beim Stricken ist es meist so, dass ich ein schönes Garn sehe, kaufe und dann nach einer Anleitung suche oder mir selber eine ausdenke. Was die Ergebnisorientierung angeht, bin ich da in den letzten Jahren sehr viel besser geworden. Jetzt gilt es noch, die Menge an Gestricktem auf ein vernünftiges Mass zurück zu fahren. Ein Strickstück pro Monat ist zwar prozessorientiert, setzt aber enorm unter Druck, was Aufbewahrung und Tragemöglichkeiten angeht.

Beim Nähen sieht das Verhältnis zwischen Prozess und Ergebnis ähnlich aus. Ich bin auf dem richtigen Weg, aber so ganz konsequent setze ich meine Erkenntnisse noch nicht um. Berge von schönen, unverarbeiteten Stoffen, Boxen voller ebenso schöner Knöpfe, die nicht zum Einsatz kommen, und Nähzubehör aller Art starrt mich anklagend an, wenn ich mich im Nähzimmer so umschaue.

Lange Rede, kurzer Sinn: die Richtung stimmt, an der Disziplin muss ich noch gewaltig arbeiten :-)

Nun aber zum Anlass-Outfit.



So sah der Plan aus: Hose und Bluse (selber nähen), Schuhe Paul Green (gekauft), Tasche Liebeskind (im Sale gekauft), Blazer Guido Maria Kretschmer (kreisch! äh... im Sale gekauft, aber nicht genau dieser :-)

Die HOSE

Mod. 116-042014



Interessanter Schnitt, deshalb schon vor einer ganzen Weile als Downloadschnitt erworben und, wie so vieles, erstmal gelagert.
Bei Stoffekontor.de hab ich einen wunderschönen, italienischen Designerstoff gefunden (Material: 53 % Baumwolle, 42 % Polyamid, 5 % Elasthan) in grau gefunden. Der Schlangenprint ist sehr dezent und je nach Lichteinfall mal mehr, mal weniger sichtbar. Ausserdem hat er eine wunderbar weiche Haptik.


Beim Nähen musste ich ein bisschen aufpassen, allzu viele Fehlstiche oder Auftrennen verzeiht der Stoff nicht.
Der Zwischenstand sah sehr ungewöhnlich aus:


Ein kleines Verständnisproblem hatte ich mit dieser Nähanweisung:

...Obere Kante der Taschenbeutel an den vord. Hosenteilen feststecken. Eingriffkanten und obere Kante der vord. Hosenteile wie eingez. absteppen, Taschenbeutel und Besatz mitfassen...

Das hätte bedeutet, dass sich der "Latz" nicht aufklappen lässt, was den Einstieg schwierig bis unmöglich gemacht hätte. Im Netz und bei Burda hab ich dazu leider gar nichts gefunden.
Aber letztlich hat sich doch alles gefügt, wie es sollte:


Die Bügelfalten sind bei mir abgesteppt, dann bleiben sie dauerhaft schön und sitzen immer an der richtigen Stelle :-)
Der Mann im Haus war wieder mal keine grosse Hilfe.

Ich: schau mal, meine neue Hose...
Er:  ist die nicht viel zu kurz?...

oder als ich mir nicht sicher war, ob ich die Bügelfalten auch an den rückwärtigen Hosenbeinen absteppen soll und erstmal nur eine genäht hab:

Ich: was sieht besser aus, mit oder ohne Naht?
Er:  was?!

Selber schuld, was frag ich auch...
Passende Knöpfe zu finden war gar nicht so einfach, aber die gefallen mir ganz gut:



Die Bluse ist in Arbeit, allerhöchste Zeit, denn in zehn Tagen gehts nach Dänemark (JUBEL) und dann muss alles fertig sein...

Einen wunderschönen sonnigen Tag euch allen!